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BMELV-Zukunftsforum Ländliche Entwicklung auf der IGW 2010

»Ländliche Entwicklung 2020 – mehr Flexibilität für Akteure vor Ort«

Bestehende Entwicklungsunterschiede zwischen den ländlichen Regionen werden bis 2020 weiter zunehmen und sich verfestigen. Wachsende ländliche Räume werden noch stärker als in der Gegenwart ländlichen Räumen mit großen Entwicklungsproblemen gegenüber stehen. Diese Einschätzung vertrat Dr. Heinrich Becker, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Institut für Ländliche Räume, Braunschweig, auf der von 300 Teilnehmern besuchten Begleitveranstaltung des Zukunftsforums Ländliche Entwicklung anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Diese wurde von der Agrarsozialen Gesellschaft gemeinsam mit dem Bundesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften, dem Deutschen Bauernverband, dem Deutschen Landkreistag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Verband der Landwirtschaftskammern und dem Johann Heinrich von Thünen-Institut im Rahmen des Zukunftsforums Ländliche Entwicklung des Bundeslandwirtschafsministeriums durchgeführt. Das Ziel war, Gestaltungsoptionen der ländlichen Entwicklungspolitik für die kommenden zehn Jahre aufzuzeigen.


BMELV-Zukunftsforum Ländliche Entwicklung auf der IGW 2010

Kompetenzen der Regionen sollten gestärkt werden – darin waren sich Karl-Friedrich Thöne, Ralf Wolkenhauer und Willi Schulz-Greve (v.l.n.r.)
einig
      BMELV-Zukunftsforum Ländliche Entwicklung auf der IGW 2010

Dr. Hans-Hermann Bentrup äußerte, dass die ländliche Entwicklungspolitik der EU
immer nur flankierend wirken könne. Die Finanzausgleichsysteme insgesamt müssten stärker den Aufgaben angepasst werden


Ralf Wolkenhauer, Unterabteilungsleiter für Strukturpolitik und Ländliche Entwicklung im Bundeslandwirtschaftsministerium, hält den künftigen Umgang mit stark schrumpfenden Problemregionen für ungelöst. Bereits jetzt gebe es ernstzunehmende Stimmen, die in einigen Regionen einen „geordneten Rückzug“ empfehlen würden. Wichtig sei, in Zukunft eine bessere Feinabstimmung auf den verschiedenen Politikebenen und zwischen den Bundesressorts zu erzielen. Positiv bewertete Wolkenhauer die Wirkungen von Regionalbudgets. Er plädierte dafür, diese zukünftig in bestehende Förderprogramme zu integrieren. Hierfür setzte sich auch Dr. Markus Mempel, Deutscher Landkreistag, ein.

Für Dr. Karl-Friedrich Thöne, Abteilungsleiter im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, besteht eine effiziente Politik für den ländlichen Raum in einer verstärkten Zusammenarbeit öffentlicher und privater Akteure sowie einer weiteren Stärkung und Entwicklung ihrer Kompetenzen. Er sehe in der Verzahnung der Instrumente der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) mit dem flächendeckenden Einsatz der bewährten Leader-Methode einen innovativen Entwicklungsansatz, der sich durch das Prinzip „Eigeninitiative- Kooperation-Innovation“ auszeichne.

Dr. Willi Schulz-Greve, Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission, sieht in der Ländlichen Entwicklung ein wichtiges ergänzendes Instrument innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik, das weiterentwickelt werden müsse. Insbesondere sei dabei an Maßnahmen zur Bereitstellung von spezifischen öffentlichen Gütern einschließlich der Verbesserung des Klimaschutzes sowie zur Aktivierung lokaler Potenziale zu denken. Wichtig sei für die ländliche Entwicklungspolitik, ihren Handlungsspielraum so zu gestalten, dass unterschiedliche regionale Bedingungen ausreichend Berücksichtigung finden könnten.
 



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